TeamUp in Deutschland
TeamUp unterstützt Kinder in und aus Kriegsgebieten dabei, ihren Empfindungen selbstbestimmt Raum zu geben und ihre Widerstandskraft zu stärken. Möglich macht das ein evaluiertes Programm aus Spiel, Bewegung und Routinen an einem sicheren Ort.
Foto: War Child / Andreas Hornoff
TeamUp ist unser Spiel- und Bewegungsprogramm für geflüchtete Kinder und findet seit März 2022 in Deutschland statt. Die Förderung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) hat es uns ermöglicht, mit TeamUp in Hamburg zu starten.
Mit dem etablierten Konzept unserer Kolleg*innen aus den Niederlanden konnte es an den deutschen Rahmen angepasst werden. Mittlerweile gibt es fast 50 aktive Moderator*innen, die in Hamburg und Berlin TeamUp-Sessions mit Kindern umsetzen. Außerdem unterstützen uns derzeit zwei selbstausgebildete Trainerinnen aktiv dabei, laufend neue Moderator*innen auszubilden.
Unsere Impact 2025: Im vergangenen Jahr haben wir mit TeamUp deutschlandweit 2.789 Teilnahmen von Kindern und Jugendlichen mit Fluchtgeschichte erreicht. Wir waren in über 10 Gemeinschaftsunterkünften aktiv und konnten unser Programm erfolgreich an einer Hamburger Schule etablieren.
Dieser Erfolg war nur möglich durch das großartige Engagement unserer Ehrenamtlichen, eine präzise Programm-Koordination sowie die großzügige finanzielle Unterstützung durch Förderer wie die Deutsche Postcode Lotterie und die BNP Paribas Stiftung.
„Die Struktur von TeamUp ist anders als die anderer Programme für Kinder in Unterkünften. Am Anfang war das ungewohnt für die Kinder. Jetzt sind sie voller gespannter Erwartung und Vorfreude.“
Was genau passiert bei TeamUp?
TeamUp-Sessions folgen einer festen, wiederkehrenden Struktur und finden wöchentlich in Gemeinschaftsunterkünften für geflüchtete Menschen statt. Diese Struktur gibt Kindern Vorhersehbarkeit und Sicherheit.
Innerhalb dieses Rahmens werden Spiele und Bewegungsübungen flexibel an die Bedürfnisse der Kinder angepasst und jede Woche neu zusammengestellt. So bleibt TeamUp abwechslungsreich und kann gezielt psychosozial unterstützen.
Vor jeder Session plant das Moderator*innen-Team den Schwerpunkt der Einheit: soll es um das Thema Gemeinschaft gehen oder um Selbstfürsorge? Um Durchsetzungsvermögen, Freundschaft oder den Umgang mit Stress?
„Es ist wichtig, sich zu Fragen, wo die Bedürfnisse der Kinder liegen. Was kam letzte Stunde vielleicht zu kurz? Was tut den Kindern gerade gut?“
Daria Kowol, Programmkoordinatorin TeamUp
Video: So sieht unsere Arbeit mit geflüchteten Kindern aus
Im Zuge des Nominierungsprozesses der Kandidat*innen für den HanseMerkur Preis für Kinderschutz 2024 ist ein Video entstanden, das einen persönlichen Einblick in unsere Arbeit mit geflüchteten Kindern in Deutschland gibt:
Die nächsten Ausbildungstermine:
An den folgenden Wochenenden können Freiwillige erneut die TeamUp-Moderator*innen-Ausbildung durchlaufen und so Teil dieser Intervention werden:
7. und 8 März 2026 in Hamburg
14. und 15. März 2026 in Berlin
13. und 14. Juni 2026 in Hamburg
19. und 20. Sep. 2026 in Berlin
Was an so einem Workshop-Wochenende genau passiert wird in diesem Artikel beschrieben.
Du hast Interesse am Ehrenamt?
Dann wende dich doch gerne für weitere Infos an unsere Programmkoordinator*innen! Für Hamburg ist das Till Schuster und für Berlin sind das Daria Kowol oder Claudio Carrasco.
Daria Kowol, Till Schuster und Claudio Carrasco koordinieren TeamUp in Deutschland.
Das Programm findet aktuell in Berlin und Hamburg statt.
Foto: War Child
Beim Ankommen in der Unterkunft sind die Kinder vor allem eines: neugierig. Jede Session ist anders und jedes der Kinder hat Lieblings-Spiele. Die sind – so weit es möglich ist – non-verbal. Das bedeutet, dass die Kinder nicht dieselbe Sprache sprechen müssen und trotzdem miteinander spielen und interagieren können, weil Sprache für die Aktivitäten nicht zwingend notwendig ist.
KEINE SPRACHBARRIERE
Bei TeamUp spielt die Sprache der Moderator*innen und der Kinder keine große Rolle.
TeamUp funktioniert ohne eine gemeinsame Sprache. Alle können mitmachen.
Wie läuft eine TeamUp-Session ab?
Los geht es mit im Kreis und mit einer kleinen Aufwärmübung. Zu TeamUp gehören Fangspiele, Variationen von Klassikern wie Fußball und Brennball oder Spiele mit Musik und Rhythmus. Das Cool Down beendet die Sessions mit eher ruhigen Aktionen. Zwischen den einzelnen Elementen gibt es weitere kleine Rituale und lustige Übungen.
„Mein Lieblingsspiel ist Popcorn! Wir reiben die Hände schnell aneinander und lassen ein ‚Popcorn‘ dazwischen mit einem lauten Klatschen platzen. Eine super Übung, um die Aufmerksamkeit der Kinder nach einem Spiel wieder zu bekommen und gemeinsam weiterzumachen.“
Das Besondere an TeamUp: Die Spiele und die Sessions selbst werden regelmäßig evaluiert, also begutachtet und geprüft. So sind wir uns jederzeit sicher, den Kindern optimale Möglichkeit zur Entfaltung in einem sicheren Rahmen bieten zu können.
TeamUp besteht aus strukturierten interaktiven Gruppensessions.
Foto: War Child / Andreas Hornoff
Jede Session wird von einem Moderator*innen-Duo angeleitet und dauert eine Stunde.
Foto: War Child / Andreas Hornoff
Wo findet TeamUp in Deutschland statt?
In Hamburg findet TeamUp aktuell an einer Stadtteilschule in Hamburg-Mitte und in drei Gemeinschaftsunterkünften in Niendorf (Schmiedekoppel) und Wandsbek (Am Stadtrand und Walddörferstraße) statt. Überall gibt es unterschiedliche Anforderungen, die die Moderator*innen beachten müssen. In Berlin sind wir mit TeamUp in Friedrichshain (Nähe Warschauer Straße) und Kreuzberg (Nähe Potsdamer Platz) aktiv.
Warum ist TeamUp so wichtig?
TeamUp bietet den Kindern die Möglichkeit, ihre belastenden Erfahrungen in einem sicheren Rahmen wahrzunehmen und loszulassen. Die angeleiteten Bewegungspiele helfen ihnen dabei, ihren Emotionen Raum zu geben und sie abzuschütteln.
Mit TeamUp möchten wir die Kinder dabei unterstützen, einfach wieder Kind zu sein und dabei selbstbestimmt agieren zu können. Die Routinen helfen ihnen dabei, sich sicher zu fühlen und sich auf TeamUp zu verlassen. Ihr Wohlergehen und ihre freie Entscheidung stehen dabei immer im Vordergrund. Das bedeutet auch, dass die Kinder die Session jederzeit verlassen oder wieder mitmachen können. Sie dürfen bestimmen, was ihnen gerade gut tut.
„Viele der Kinder haben im Krieg oder auf der Flucht eine extreme Form von Machtlosigkeit erlebt. Wir wollen sie in ihre Autonomie und Selbstbestimmung unterstützen.“
Daria Kowol, Programmkoordinatorin TeamUp
Durch TeamUp erleben die Kinder Anerkennung und Gemeinschaft, entdecken ihr Selbstbewusstsein, ihr Durchsetzungsvermögen und viele verschiedene Möglichkeiten, ihre Gefühle und Bedürfnisse kennenzulernen und auszudrücken. Dabei macht TeamUp in der gemeinsamen Zeit der Kinder in den Unterkünften nur einen kleinen Teil aus.
Doch TeamUp begleitet, nimmt die Dynamiken der Kinder untereinander auf und kann positiv darauf einwirken. Dieses Einwirken erfolgt immer auf Augenhöhe, mit Verständnis und mit viel Reflexion der Moderator*innen.
Wie kann ich War Child dabei unterstützen?
Mit Deiner Spende kannst Du uns dabei helfen, mehr Kinder in ihrer Autonomie und ihrer Selbstbestimmung zu fördern und dafür sorgen, dass sie ihre Erfahrungen in einem gesicherten Rahmen verarbeiten können. Mit Dir gemeinsam können wir die Kinder, die Schlimmes erlebt haben, dabei unterstützen, einfach wieder Kind zu sein und ihre Zukunft selbst zu gestalten.


