Nothilfe im Libanon: Schutz für Kinder in akuter Gefahr

Trotz vereinbarter Waffenruhe bleibt die Lage im Libanon hochgefährlich: Luftangriffe, Beschuss und Drohnenangriffe halten weiter an. Für Hunderttausende Kinder bedeutet der langanhaltende Konflikt ständige Unsicherheit, wiederholte Vertreibung und Angst, jederzeit erneut alles zurücklassen zu müssen. 

Eine schwarze Karte vom Libanon.

Wie ist die Lage vor Ort?

  • Rund 300.000 Menschen sind weiterhin vertrieben, mehr als 36.000 davon leben in Notunterkünften. 
  • Seit dem 2. März 2026 wurden mehr als 4.300 Menschen getötet und über 12.000 verletzt – darunter sind 253 getötete und über 1.000 verletzte Kinder.  
  • Derzeit sind 430 Notunterkünfte geöffnet, viele davon befinden sich in Schulen.  


(Stand: August 2026)
 

Unsere Maßnahmen 🠒

Kinderschutz

Psychosoziale Unterstützung

Bildung

Eine Gruppe von Menschen.

Lokale Partnerschaften

Unsere Maßnahmen

Kinderschutz

Bildung

Mentale Gesundheit

Eine Gruppe von Menschen.

Lokale Partnerschaften

Unsere Wirkung für Kinder im Libanon

War Childs Arbeit im Libanon begann 2006. Seit der erneuten Eskalation leistet War Child gemeinsam mit Partnerorganisationen akute Nothilfe in den am stärksten betroffenen Regionen: im Süden, in Baalbek-Hermel, im Norden und in Beirut/Berg-Libanon. Im Fokus stehen die lebensrettende Unterstützung für vertriebene Familien sowie der Schutz und die psychosoziale Begleitung betroffener Kinder. Seit März 2026 haben wir:  

Gemeinsam mit unseren Partnern über 30.000 Menschen erreicht

Über 2.400 Kinder, Betreuungspersonen und Erwachsene durch psychosoziale Unterstützung und Aufklärung im Bereich Kinderschutz erreicht

4 lokale Partnerorganisationen, die unsere Programme umsetzen: DPNA (Süden), LOST (Bekaa und Baalbek-Hermel), AICA (Norden) und Nusaned (Beirut)

(Stand: Juli 2026) 

Luftangriff auf Dahieh, südliche Vororte von Beirut.

Verteilung von Mahlzeiten in Notunterkünften in Beirut und Mount Lebanon.

Jetzt spenden: Nothilfe für Kinder im Libanon

Kinder beginnen keine Kriege – aber sie sind es, die am meisten unter ihnen leiden. Die Nachrichten aus der Region lassen viele von uns ohnmächtig zurück. Doch wir können etwas tun: Der humanitäre Hilfsplan für den Libanon ist bislang erst zu 37 % finanziert. (Stand Juli 2026) 

Spende jetzt. 
Dadurch trägst du dazu bei, dass wir und unsere lokalen Partner, schnell und flexibel handeln können – dort, wo die Not im Libanon und der gesamten Nahost-Region am größten ist. Gemeinsam können wir Kinder und Familien mit Schutz, psychologischer Erster Hilfe und weiteren lebensrettenden Nothilfemaßnahmen unterstützen.* 

Ein Mädchen mit einer pinken Winterjacke sitzt am Tisch und hält löchelnd ihre Hand hoch. Vor ihr liegt ein Schulheft. Die Bildbeschriftung lautet: 25 Euro - z.B. für Spiel- und Lernmaterialien für 50 Kinder.
Ein Mann mit einer weißen Cap und einer Warchild-Weste sitzt im Schneidersitz. Gegenüber sitzt ein kleiner Junger in einem gestreiften Shirt und spricht mit ihm. Die Beschriftung ist: 50€ z. B. um flexible und individuelle Nothilfe für ein Kind zu leisten.
Eine palästinensische Familie, bestehend aus Eltern und drei Töchtern, steht vor einem Zelt. Beide Eltern haben jeweils eine Tochter auf dem Arm. Alle lächeln und zwei der Mädchen zeigen mit dem Daumen nach oben. Darunter die Aufschrift: 115 Euro - z. B. um eine Familie mit Planen, Decken, Matratzen und einem Kochset zu versorgen.

Mehr als Nothilfe: Wie wir Kinder im Libanon langfristig begleiten

Von akuter Nothilfe bis zu langfristigem Engagement: Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen unterstützen wir Kinder im Libanon auf mehreren Ebenen – mit Bildung trotz zerstörter Schulen, Schutz, psychosozialer Begleitung, mit Programmen, die über die aktuelle Krise hinausreichen.

Wir sind mittlerweile an mehr als 40 Standorten im ganzen Land aktiv – und beziehen dabei gezielt auch Kinder mit Behinderungen sowie deren Eltern und Betreuungspersonen mit ein. Allein 2025 haben wir gemeinsam mit Partnern insgesamt 31.854 Menschen erreicht, davon 20.572 Kinder.

Vier Kinder sitzen in einer Reihe auf dem Boden und schauen gemeinsam in Schulhefte. Sie sehen gut gelaunt aus.

Kinder im Libanon arbeiten gemeinsam in Schulheften.

Vor Zelten und Wäscheleinen ist eine Gruppe aus Mädchen und einer erwachsenen Frau. Die Kinder lachen herzlich und alle gehen gemeinsam in eine Richtung.

Kinder in einem Lager für Geflüchtete in Begleitung.

Bildung trotz Krise: digitales Lernen und der Weg zurück in die Schule

In Zusammenarbeit mit dem libanesischen Bildungsministerium bauen wir unser Programm Can’t Wait to Learn“ weiter aus, damit Kinder auch dann lernen können, wenn Schulen geschlossen oder Gebäude beschädigt sind. 

Ergänzend unterstützen wir Kinder an mehreren Standorten im Libanon mit einem gezielten Schulüberbrückungsprogramm: Wir fördern ihren Wiedereinstieg in die passende Klassenstufe und ihre dauerhafte Teilnahme am Unterricht. Damit das gelingt, stärken wir nicht nur ihr Selbstvertrauen und ihre Lernmotivation, sondern rüsten auch die Schulen vor Ort aus, um betroffene Kinder aufzunehmen. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort schaffen wir so die Voraussetzungen für hochwertige Bildung und eröffnen Perspektiven auf weiterführende Schulabschlüsse.

Fatima (13): „Wenn ich frustriert bin, schreibe ich eine Geschichte“ 

Syrische Geflüchtete machen fast ein Viertel der Bevölkerung im Libanon aus. Viele von ihnen leben in überfüllten Lagern und haben kaum Zukunftsperspektiven. Als wir Fatima zum ersten Mal trafen, konnte sie weder lesen noch schreiben. Mittlerweile schreibt sie mit Leidenschaft eigene Geschichten …

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Was bedeuten Kinderschutz und psychosoziale Unterstützung in der Praxis?

In der Praxis bedeutet das: Wir schaffen geschützte Orte für Kinder und Jugendliche, an denen sie sich sicher fühlen können, Schutz vor Gewalt, Ausbeutung und Vernachlässigung erfahren und lernen, für ihre eigenen Rechte einzustehen.

Wie das konkret aussieht, zeigen unsere regionalen Schwerpunkte: 

  • Bildung und feste Strukturen (Akkar, Baalbek und Hermel): Mit unserem SHIELD-Programm stärken wir verlässliche Kinderschutzstrukturen vor Ort. Wir schaffen sichere Räume, in denen Kinder und Jugendliche durch Bildung neue Perspektiven entwickeln, Unterstützung erhalten und vor Gewalt und anderen Risiken geschützt werden. Gleichzeitig entlasten wir Bezugspersonen.
  • Direkte Unterstützung im Alltag (Beirut und Berg-Libanon): Mithilfe des NOOTS-Programms schaffen wir Stabilität im Krisenalltag durch psychosoziale Unterstützung sowie Spiel- und Freizeitangebote. Gleichzeitig ermöglichen wir Aufklärung für konfliktbetroffene Kinder und eine Entlastung ihrer Familien.

So schaffen wir mit lokalen Partnern nachhaltige Wirkung

Um Kinder nachhaltig zu unterstützen, braucht es mehr als schnelle Nothilfe. Wir setzen auf einen ganzheitlichen Ansatz, der Kinder, Eltern und das lokale Umfeld langfristig stärkt. Echte Wirkung entsteht dabei vor Ort: Gemeinsam mit lokalen Partnern wie DPNA, LOST, AICA und Nusaned begleiten wir Familien direkt in ihrem Umfeld – mit psychologischer Erster Hilfe, Maßnahmen zum Kinderschutz und langfristigen Unterstützungsangeboten. 

Weil Kinder Halt und verlässliche Bezugspersonen brauchen, stärken wir mit Programmen wie BeThere gezielt das psychosoziale Wohlbefinden von Eltern und Angehörigen, wie etwa Großeltern, die die Fürsorge für Kinder übernehmen. In geschützten Gruppensitzungen lernen sie, mit eigenen Ängsten und Stress besser umzugehen. Das entlastet sie emotional und hilft ihnen, die Kinder besser begleiten zu können.

Gemeinsam mit Partnern wie UNICEF bauen wir zudem nachhaltige Schutzstrukturen auf und ermöglichen Kindern frühkindliche Bildung – für eine Wirkung, die weit über die akute Krise hinausreicht. 

Eine Frau mit Kopftuch sitzt mit einem jungen Mädchen auf dem Bodenund umarmt sie. Das Mächdchen lehnt sich an die Frau und lächelt mit geschlossenen Augen.
In einem Raum sitzen Frauen mit Kopftuch in einem Stuhlkreis. In der Mitte stehen zwei weitere Frauen. Eine von ihnen trägt eine schwarze War Child-Weste und hat lockige Haare. Die Andere trägt ebenfalls ein Kopftuch.

Du möchtest mehr erfahren oder uns unterstützen?

Marwan Ojaimi ist unser Kommunikationsleiter im Libanon. Möchtest du mehr erfahren oder hast du eine spezielle Frage? Dann kontaktiere uns gerne über einen der unten aufgeführten Kanäle.

Folge War Child Libanon in den sozialen Medien und bleibe über unsere Arbeit vor Ort auf dem Laufenden:

*Deine Spende fließt in unseren Nothilfeaufruf für den Nahen Osten und kommt unserer Arbeit in Afghanistan, Jordanien, dem Libanon, den besetzten palästinensischen Gebieten, Syrien und dem Jemen zugute.

In
 dem unwahrscheinlichen Fall, dass die Spenden den für die Nothilfe im Nahen Osten benötigten Betrag übersteigen, werden wir die Mittel für eine andere Nothilfeaktion verwenden.