Die Sitzung griff mit dem Thema „Mitmachen für Demokratie und Grundgesetz“ zentrale Anliegen des bundesweiten Ehrentags auf – einer Initiative des Bundespräsidenten und der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) zur Würdigung ehrenamtlichen Engagements.
Neben War Child präsentierten vier weitere Preisträger*innen des Deutschen Engagementpreises ihre Projekte und Anliegen: die Bildungsinitiative SPREUWEIZEN, Coexister Germany e. V., EndEndoSilence e. V. sowie der Verein zur Förderung des Frauen- und Kinderschutzhauses Heidenheim e. V. Zu den Anwesenden zählten außerdem Staatsministerin Dr. Christiane Schenderlein sowie die Chefin des Bundespräsidialamtes, Dr. Dörte Dinger.
War Child stellt TeamUp im Ausschuss vor
Für uns vor Ort war unsere Berliner TeamUp-Koordinatorin Daria Kowol. Gemeinsam mit Till Schuster ist sie in Deutschland für die Umsetzung unseres evidenzbasierten Spiel- und Bewegungsprogramms verantwortlich. Die TeamUp-Sessions stärken das psychosoziale Wohlbefinden geflüchteter Kinder und werden von geschulten Ehrenamtlichen in Gemeinschaftsunterkünften in Hamburg und Berlin durchgeführt.
Als Sachverständige sprach Daria im Deutschen Bundestag über unsere Arbeit mit den Kindern und formulierte zentrale Forderungen an die Politik.
Denn auch wenn wir gemeinsam mit unseren Ehrenamtlichen bereits viel bewirken können, steht außer Frage: Es braucht dringend strukturelle Veränderungen, damit alle Kinder und Jugendlichen mit Fluchtgeschichte die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Daria erklärte:
Wir können keine strukturellen Probleme allein durch ehrenamtliches Engagement lösen. Wir wünschen uns, dass Kinder, die von Krieg betroffen sind, egal ob sie im Ausland oder in Deutschland leben, im Bereich der psychischen Gesundheit die richtige Unterstützung bekommen und auch den richtigen Schutz. Dazu gehört eine breitgefächerte finanzielle Unterstützung von Programmen wie TeamUp sowie eine Förderung auf Bundes- und Landesebene. Wir wünschen uns, dass wir mit der Unterstützung sowohl im ländlichen wie auch im urbanen Raum Gemeinschaftsunterkünfte verstärkt erreichen können. TeamUp sollte mithilfe von Bundesprogrammen in Schulen implementiert werden können. Zusätzlich bedarf es einer weiteren vertiefenden Unterstützung für Ehrenamtliche, indem man für sie bessere Grundvoraussetzungen schafft und das Ehrenamt noch attraktiver macht.
Forderungen an die Politik: Ehrenamt stärken und Kürzungen stoppen
Der Nachmittag im Bundestag war intensiv und bewegend. Es war ermutigend zu erleben, wie groß das Interesse an unserer Arbeit und an den Erfahrungen aus der Praxis war.
Gleichzeitig gab es einige Wortbeiträge, die nachdenklich stimmten. Diese spiegelten besorgniserregende politische und gesellschaftliche Entwicklungen wider, in denen sich einzelne Positionen zunehmend von grundlegenden Werten wie Demokratie und Menschlichkeit entfernen.
Was darüber hinaus bleibt, ist eine klare Erwartung: Auf das Zuhören muss nun konkretes Handeln folgen. Ausgerechnet zivilgesellschaftliche Unterstützungsstrukturen für Geflüchtete zu kürzen – wie derzeit etwa in Berlin – ist das Gegenteil dessen, was es braucht.


